"Alles hat seine Zeit

Das Leben ist schön. Aber nicht immer geht es uns gut. Klagen hat seine Zeit, -Tanzen hat seine Zeit, - Suchen hat seine Zeit, - Verlieren hat seine Zeit…         Ein Jahrtausende alter Text aus der Bibel, der sich simpel anhört, aber tiefe Lebensweisheit zum Ausdruck bringt.

Im Leben geht nicht alles gleichzeitig. Da gibt es Zeiten, in denen wir trauern und klagen. Vielleicht, weil wir einen geliebten Menschen verloren haben. Oder weil etwas nicht stimmt in unserem Leben, wir eine Prüfung nicht bestanden haben, unglücklich verliebt sind, unseren Arbeitsplatz verloren haben. Das sind keine Situationen, die wir übergehen können – oder sollten.

Das wird uns heute oft angeboten: Narkotisieren Sie sich doch mit Alkohol – besser klingt natürlich das Motto aus der Werbung „Sail away“. Oder: Fliehen Sie nach Mallorca, weg aus dem Alltag, weg von den Verpflichtungen und Verbindlichkeiten.

Lasst uns doch abhauen!?
Nein. Augen auf und zulassen, spüren, ernst nehmen.
Zum Leben gehören Höhen und Tiefen."

(Worte von Margot Kässmann)

Andacht aus Anlass der Flutkatastrophe

 Wo mehrere Texte oder Lieder angegeben sind, sind sie als Vorschläge zur Auswahl gedacht.


Einstimmung
Die Kerzen sind entzündet.
Dem 5-minütigen Glockengeläut um 18 Uhr wird in Stille gefolgt.
Danach:
Eröffnung
Im Namen des Vaters + und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Der Gott des Erbarmens und allen Trostes sei mit euch. Und mit deinem Geiste.
Lektor/in In unserer Not in allem Elend in der Zerstörung
Alle vertrauen wir auf Dich, Gott Vater und Mutter.
Lektor/in In unserer Ohnmacht in aller Mutlosigkeit in der Erschöpfung
Alle stehst Du uns bei, Jesus Christus, unser Bruder.
Lektor/in In unserem Schmerz in aller Trauer in der Verzweiflung
Alle tröstest du uns, Gott, heiliger Geist.
Bei einer gemeinsamen Feier können einleitende Worte gesprochen werden.
Lied
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (EG 382 / GL 422)
Aus Psalm 71
Bei dir, o Herr, habe ich mich geborgen, lass mich nicht zuschanden werden in Ewigkeit!
Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit! Neige dein Ohr mir zu und hilf mir!
Sei mir ein schützender Fels,
zu dem ich allzeit kommen darf!
Denn du bist meine Hoffnung, Herr und Gott,
meine Zuversicht von Jugend auf.

Vom Mutterleib an habe ich mich auf dich gestützt,
dir gilt mein Lobpreis allezeit.
Gott, bleib doch nicht fern von mir!
Mein Gott, eile mir zu Hilfe!
Du ließest mich viel Angst und Not erfahren, du wirst mich neu beleben.
Du führst mich wieder heraus aus den Tiefen der Erde. Du wirst mich wieder trösten.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Trostworte aus der Heiligen Schrift
Aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jesaja 66, 13-14)
Wie jemand, den seine Mutter tröstet,
so tröste ich euch;
in Jerusalem findet ihr Trost.
Ihr werdet das sehen und euer Herz wird jubeln
und ihr werdet sprossen wie frisches Grün.
Kurze Stille
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 14, 27)
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Frieden hinterlasse ich euch,
meinen Frieden gebe ich euch;
nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch.
Euer Herz beunruhige sich nicht
und verzage nicht.
Lied
Meine Hoffnung und meine Freude (GL 365), etwa 3 mal
Gebet
Lektor/in Gott, wir tragen vor Dich alle, die vom Hochwasser betroffen sind. Viele Menschen wurden aus dem Leben gerissen.
Noch viele werden vermisst.
Lebensentwürfe sind zerstört. Hoffnungen sind begraben. Gott, wir bitten Dich für diese Männer und Frauen und Kinder. Sei den Lebenden Beistand und den Verstorbenen Zukunft, gib Trost und Halt.
Alle Selig sind, die Leid zu tragen haben; denn sie werden getröstet werden.

Lektor/in Gott, wir tragen vor Dich die Helferinnen und Helfer der Einsatzkräfte und alle, die freiwillig anpacken und helfen. Sie holen Menschen aus eingeschlossenen Häusern. Sie versorgen Menschen mit Nahrung und Kleidung. Sie sichern Dämme und räumen auf.
Gott, wir bitten Dich für diese Männer und Frauen: Verleih ihnen Kraft und schenke ihnen Momente der Erholung.
Alle Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
Lektor/in Gott, wir tragen vor Dich die Seelsorgerinnen und Seelsorger von der Notfallseelsorge und aus den Gemeinden, in den Krankenhäusern und bei der Polizei. Sie hören zu und fühlen mit. Sie erfahren von unfassbaren Schicksalen. Sie halten aus, was kaum auszuhalten ist.
Gott, wir bitten Dich für diese Männer und Frauen: Stärke sie und sei ihnen Schutz und Schild.
Alle Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Lektor/in Gott, wir bringen auch uns selbst vor dich - mit dem, was uns bewegt. Schau in unser Herz und höre auf das, was wir dir in der Stille vortragen.
Alle beten in Stille.
Vaterunser
Lektor/in Mit den Worten Jesu sprechen wir:
Alle Vater unser im Himmel …
Segen Der HERR segne uns und behüte uns.
Der HERR lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig.
Der HERR erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns seinen Frieden.
Das gewähre uns der barmherzige und gnädige Gott,
der Vater + und der Sohn und der Heilige Geist. Amen