Die Pfarrei St. Andreas Longkamp mit der Filiale Kommen und dem Kirchspiel Kleinich

Entstehung der Pfarrei

Longkamp wurde im Jahre 1804 durch den Bischof Mannay zu einer Hilfspfarrei des Hauptkantons Bernkastel erklärt. Als Filialen kamen zu der neuen Pfarrei Kommen, Kautenbach und das Kleinicher Land.

Kommen gehörte bis 1799 zur Gemeinde Longkamp. Das Dorf besaß schon damals eine Kapelle, in der einmal wöchentlich die heilige Messe gefeiert wurde, die Kommener Leute besuchten ebenfalls den Gottesdienst in der Pfarrkirche zu Longkamp.

Kautenbach gehörte bis zum Jahre 1804 kirchlich in die Pfarrei Graach. Erst1931 erfolgte der erste Versuch zur Verselbständigung von Kautenbach. Der Pastor von Longkamp bemühte sich um die Erhebung der Filiale Kautenbach zu einem selbständigen Seelsorgebezirk, was am 21. März 1943 offiziell genehmigt wurde. Die seelsorgerische Betreuung übernahm zunächst der Pfarrer i.R. Hoeltzenbein, als dieser dann nach  Jahren verstarb, fand sich kein Priester mehr und die Filiale lag wieder ganz in den Händen des Pastors von Longkamp.

Die Pfarrkirche St. Andreas

Die alte Pfarrkirche, die   1748 / 1749 erbaut worden war, war im Laufe der Jahre baufällig geworden.  Man entschloss sich zu einem umfassenden Erweiterungsbau und das Kirchenschiff wurde vollständig niedergerissen, nur der barocke Chorraum und der Turm konnten erhalten werden. Die Planung übernahm der Trierer Architekt Karl Peter Böhr. Der Neubau wurde in Zeltform errichtet und faßt rund 550 Plätze. Die Bauzeit dauerte zwei Jahre und am 08.07.1967 erfolgte die Konsekration der erweiterten Pfarrkirche St. Andreas, wie wir sie bis heute kennen,  durch den Weihbischof Carl Schmidt. 

Die Kosten für die Erweiterung der Pfarrkirche beliefen sich auf 660.000 DM. Finanziert wurde diese Summe mit großzügigen Spenden der Pfarrangehörigen, durch Zuschüsse der Zivilgemeinde, des Landes Rheinland-Pfalzes und des Bistums.
 

Innenausstattung und Kostbares

Auf der rechten Seite des Chorraumes blickt eine wuchtige Andreasstatue auf die Gläubigen herab. Im Chorraum findet ebenfalls eine wertvolle Muttergottesstatue ihren Platz. Diese ist über 200 Jahre alt und schwebt mit einem goldenen Strahlenkranz hoch über Altar und Tabernakel. Daneben ist das Bild der Immerwährenden Hilfe zu finden. 

Die alten Kirchenbänke wurden wieder verwendet, die teilweise aus  der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts stammen. Die Seitenwangen dieser 30 alten Bänke besitzen einen geschweiften Umriss, auf denen eine Schnitzerei von Akanthusfüllungen mit Glockenblüten zu erkennen ist.

Eine weitere Kostbarkeit ist die Monstranz, sie stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sie ist aus teilweise vergodetem und versilbertem Kupfer gefertigt und 80 cm hoch. Die Strahlen sitzen auf einem ovalem Fuß mit flachgetriebenen Kartuschen und Akanthusranken. Ein zierliches durchbrochenes Rankenwerk und ein Wolkenkranz mit den Figuren der heiligen Dreifaltigkeit, zwei seitliche Engel  und ein unterer Engel sind über den Strahlen angebracht. 

Ein weiterer Schatz der Kirche, das Ziborium ist ein Aufbewahrungsgefäß für geweihte Hostien im Tabernakel. Es ist aus vergoldetem Kuper gefertigt. Der sechsseitige Schaft ist auf einem runden Fuß befestigt. Dieser ist verziert mit eingraviertem Eichenlaub und dem Kopf des Christus. Auf dem würfelförmigen Knauf mit sechsseitiger Büchse sind versilberte Figürchen aufgelegt. Die Ecken sind durch Strebepfeiler mit schlanken, spritzen Türmchen betont. Davon enden drei in Kugeln und drei in Figuren, darunter Maria und Andreas. Der Deckel besitzt die Form eines Helmes und ist mit Graten besetzt. Als Bekrönung ist eine Kugel mit der Kalvarienberggruppe aufgesetzt.  Nach der Inschrift zu urteilen "Renovatum A:D. 1855 C. Felsenhart Treveris" ist dieses Werk 1855 erneuert worden, es soll aus dem 15. Jahrhundert stammen.

Die Anschaffung  der heutigen Orgel wurde am 06. April 1982 durch den Verwaltungsrat unter Vorsitz von Pfarrer Helmut Loescher beschlosssen. Der Auftrag wurde an die Firma Hugo Mayer in Heusweiler an der Saar vergeben. Um die Orgel, die mit 17 klingenden Registern auf Schleifladen , verteilt auf 2 Manuale und Pedal ausgestattet ist, aufstellen zu könnnen, wurde an der Westseite des Kirchenschiffes eine neue Empore durch die Firma Reichert gebaut.

Die Orgel besitzt mechanisches Spiel- und elektrische Registertraktur, Handregistratur, 2 freie Kombinationen und Tutti sowie Einzelabsteller für die 3 Zungenregister. 1.184 Pfeiffen, 128 davon aus Holz bestehend, der Rest aus Zinn-Blei-Legierung, können erklingen. Die Orgel kostete damals 168.083,88 DM. Am 04.12.1983 weihte der Domkapitular Leininger die Orgel ein. Der Festgottesdienst wurde vom Kirchenchor und dem Musikverein mitgestaltet. Der aus Longkamp stammende Leo Reichert, der damals als Domorganist von Worms tätig war, spielte die Orgel. Offiziell wurde sie am 07.01.1984 durch den Trierer Domorganisten Wolfgang Oehm abgenommen.

 

Die Filialkapelle St. Valentin in Kommen

Am 22. Juli 1784 wurde die Kapelle durch den Pfarrer Ruwer aus Longkmap eingesegnet. 1913 musste sie wieder hergestellt werden und nach dem Zweiten Weltkrieg stand erneut eine Renovierung an. Die Kapelle ist ein verputzter Bruchsteinbau in Saalform mit dreiseitigem Chorschluß, rundbogigen Fenstern und rundbogiger Holztonnendecke. Die Sakristei ist an den Chor angebaut.

Ein schmucker Altar mit gelungenen Rokoko-Schmitzereien und ein Gemälde der vor dem Kreuz Chisti knienden Maria Magdalena zieren die Kapelle. Der Altar ist bekrönt durch ein von zwei Greifen gehaltenes Wappen, das im obersten Feld ein Bärentier zeigt. Über dem Eingangsgiebel sitzt ein sechssetiger Dachreiter mit barockgeschweiftem Helm. Die Glocke stammt aus dem Jahr 1835 und wurde von Alexander Horst, Trier gegossen.

vgl.: 250 Jahre Pfarrkirche St. Andras Longkamp, 1982/1999, S. 5 ff.