Die Pfarrei St. Antonius Gonzerath

Die kirchliche Entwicklung der Pfarrei

Gonzerath gehörte seit seiner Gründung zur Pfarrei Bischofsdhron. Bischofsdhron ist eine der ältesten Pfarreien des vorderen Hunsrückes. Seine Bedeutung verdankte es besonders der Burg Baldenau, welche Kurfürst Balduin dort in der Nähe errichtet hatte. Im Jahre 1315 wurden in einer Urkunde mit dem "Stifte Pfalzel" als Filialen von Bischofsdhron erwähnt: die Kirchen von Morbach, Heinzerath, und Gonzerath wozu noch später Hundheim, Wederath und Rapperath traten.

Im Jahre 1374 wurde ein Hilfsgottesdienst in Gonzerath eingerichtet. In dem selben Jahr wurde eine Kapelle in Gonzerath erwähnt. Im Jahr 1716 wurde die erste Kirche (auf der Stelle der heutigen Kirche) erbaut. Im Jahr 1773 erhielten die Filialen Morbach, Rapperath, Gonzerath, Wederath und Heinzerath je einen besonderen Kaplan (Vikar). Die französiche Revolution und Inversion der Rheinlande brachte auch manche Veränderung auf kirchlichem Gebiete. Nach dem von Papst Pius dem VII und Napoleon 1. geschlossenem Kontrakt wurde Trier von einem Erzbistum zu einem Suffraganbistum von Köln. In jedem Kanton wurde tunlichst nur eine Hauptpfarrei (Kantonspfarrei) belassen, während die anderen nur zu Hilfspfarreien zugelassen waren. Klöster wurden aufgehoben und als Staatseigentum erklärt und veräußert. Durch diese Neuordnung ging auch die Kaplanei Gonzerath ein, wenn auch die bestehende Kirche unberührt blieb. Unter preussischer Herrschaft wurde wieder eine Vikarie in Gonzerath errichtet. Erst im Jahre 1835 (oder 1836) wurde Gonzerath zur selbständigen Pfarrei erhoben. 1836 wurde die Pfarrstelle von dem Pfarrverwalter besetzt, der dann zum Pfarrer ernannt wurde, von da an war Gonzerath eine selbständige Pfarrei.

Neubau der Kirche in Gonzerath!

Die alte Kirche (aus dem Jahre 1716) war inzwischen baufällig geworden und wegen des drohenden Einsturzes polizeilich geschlossen.

Am 03. Januar 1854 wurde vom Gesamtkirchenrath der Neubau einer Kirche beschlossen. Der Bau einer neuen Kirche verzögerte sich aber, weil sich allerlei Schwierigkeiten erhoben. Zunächst konnte man sich über die Platzfrage nicht einigen. Noch größere Schwierigkeiten erhoben sich bezüglich des Kostenpunktes. 

Die Pfarrgemeinde als solches war arm, doch besaß die Zivilgemeinde viele Waldungen. Staatlicherseits wollte man die alte Kirche renovieren, was aber von den Kirchenbehörden abgelehnt wurde. Schließlich konnte man sich doch einigen. Nach dem Abriss der alten Kirche im Jahre 1875 wurde im August 1878 mit dem Neubau, auf der selben Stelle begonnen. Die Kosten wurden von der Zivilgemeinde übernommen. Der Bau der neuen Kirche war 1880 vollendet, und wurde 1881 durch den Herrn Pfarrer Junker eingesegnet. Die feierliche Einweihung geschah am 19. Juni 1887 durch den Hochwürdigen Herrn Bischof Dr. Korum.

(Dieser Text hängt in der Pfarrkirche Gonzerath aus und entstammt der Ortschronik von 1911.)

Der Pfarrpatron Heiliger Antonius der Einsiedler

Man erkennt den Hl. Antonius an seinem Bettelstab und an einem Schwein zu seinen Füßen. Der Heilige Antonius lebte in großer Einsamkeit und Armut. Wegen seiner Bescheidenheit und Gottesfürchtigkeit scharten sich viele junge Männer um ihn und teilten mit ihm sein Leben. Antonius gilt als Gründer des Klosterlebens. Getorben ist er im Jahre 356 n. Chr.. Nach der Überlieferung wurde er 105 Jahre alt.

Innenraum der Pfarrkirche

Die Figur des Heiligen Antonius des Einsiedlers befindet ich im Kirchenschiff vorne links neben dem Seiteneingang. 

Auf der Rechten Seite ist die Madonna mit dem Jesuskind auf dem Arm zu bewundern. Die Heilige Muttergottes ist als Herrscherin ausgestattet mit Zepter und Krone. Das Jesuskind hält die Weltkugel in der Hand.

Im Altarraum befindet sich der Heilige Nikolaus, Bischof von Myra, dessen Fest am 6. Dezember zur Freude aller Kinder gefeiert wird. Gestorben ist er um das Jahr 350 n. Chr.. Er wird als Beschützer der Schiffahrtsleute verehrt. Links neben dem Hochaltar sehen sie den heiligen Paulus mit dem Schwert. Paulus war ein Verfolger der ersten Christen. Durch ein besonderes Ereignis wurde ihm das Augenlicht genommen. Nach drei Tagen wurde es ihm wieder geschenkt. Daraufhin ließ er sich taufen. Aus dem Verfolger der Kirche wurde ein eifriger Verkündiger des Evangelium.

Auf der Rechten Seite ist der heilige Petrus mit dem Schlüssel in der Hand. Der heilige Petrus ist das Haupt der gesamten Kirche, der oberste Hirte der Herde Christi.

Nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift hat Petrus die Obergewalt in der Kirche beständig ausgeübt und ist auch von den anderen Aposteln als Oberhaupt anerkannt worden. Petrus und auch Paulus hatten sehr schwer unter der Christenverfolgung zu leiden. Petrus sowie auch Paulus sind am 29. Juni des Jahres 67 n. Chr. hingerichtet worden. Petrus am Kreuze mit dem Kopfe nach unten und Paulus durch das Schwert.

Ganz rechts ist der Heilig Josef mit dem Jesuskind dargestellt. Die Heilige Schrift berichtet nur wenig über den Heiligen Josef. Er wird verehrt als Patron der Jugend und der Sterbenden.

Wenn sie nun den Blick Richtung Haupteingang wenden, ist links und rechts an den Seitenwänden eine modern Art der Darstellung des Kreuzweges. Das Leiden und Sterben von Jesus. Der/ Die  Künstler/in hat auch noch eine 15. Station geschaffen. Diese Station zeigt uns die frohe Osterbotschaft von der Auferstehung. Mit Blick nach oben zur Empore sehen sie links den Heiligen Christophorus und rechts die Heilige Cäcilia. Von Christophorus ist uns wenig überliefert. Nach einer religiösen Sage hat er einen Knaben nach dessen bitten über den Fluss getragen. Dieser wurde immer schwerer und schwerer bis er fast unter ging. Dann gab sich der Knabe als Jesus zu erkennnen, der daraufhin Christophorus taufte. Christophorus starb um das Jahr 310 n. Chr.. Heute wird er verehrt als Schutzpatron der Kraftfahrer.

Die heilige Cäcilia war eine Märtyrerin. Um das Jahr 230 n. Chr. ist sie verstorben. Heute ist sie die Schutzpatronin vieler Gesang- und Musikvereinigungen. Oft wird sie mit einer Lyra abgebildet. Ein Musikinstrument soll sie aber nicht gespielt haben.

Quelle: Aushang in der Kirche, Verfasser unbekannt