Die Pfarrei St. Kunibert Haag

Historie der Pfarrei

Zunächst war Haag eine Filiale von Berglicht. Die Zugehörigkeit zur Mutterkirche Berg kann bereits 1470 durch eine Wochenmesstiftung belegt werden, auch auf einer Visitationsakte von 1569 wird die Filialkapelle des hl. Kunibert in Haag genannt.

1723 werden die Dörfer Haag, Merscheid und Elzerath zu einer eigenständigen Pfarrei mit Sitz in Merscheid erhoben. Nach langen Diskussionen erhielt auch Haag einen Vikar, dieser war gleichzeitig für die Winterschule zuständig. Haag baute 1775 ein Vikariushaus, das heutige Pfarrhaus.

Die Bestrebungen der Haager selbständige Pfarrei zu werden lassen nicht nach und im Jahre 1803 wurde Haag lt. Unterlagen des Bistumsarchivs Trier eigenständige Pfarrei.

Die Pfarrkirche St. Kunibert Haag

Der Entwurf der Pfarrkirche stammt von Prof. Dr. Becker aus Mainz. Für die Kirche wurde am 14. Juni 1924 der Grundstein gelegt und am 14. November 1926 fand die feierliche Benediktion statt. In festlicher Prozession wurde das Allerheiligste von der alten Kirche in die neue getragen und Pastor Rausch dankte in einer Festpredikt allen, die an der Erbauung der neuen Kirche mitgewikt hatten. Auch die Orgel und die Glocken wurden in das neu erbaute Gotteshaus überführt.  Im September 1930 weihte der Bischof von Trier die Kirche ein.

Durch einen verheerenden Brand am 23. September 1951 wurde die Kirche schwer in Mitleidenschaft gezogen, aber durch den unermüdlichen Einsatz der Dorfbevölkerung konnte dort nach nur 10 Monaten wieder Gottesdienst gefeiert werden.

(vg.: Chronik Haag 1985, S. 152 ff.)

Das Gotteshaus ist einmalig und besonders durch die Ausstattung mit Altären und Reliefs. Freunde der Morbacher Schnitzkunst und auch die "normalen" Kirchenbesucher  dürften erfreut sein, diese schönen Werke, die in das religiöse Leben der Pfarrgemeinde eingebettet sind, zu bewundern. Alle diese Werke stammen aus den Händen von "Mettler-Höfle-Holzschnitzkunst" aus Morbach. Der Altar bildet den Focus im sakralen Raum. Johannes Thees, der aus Haag stammte und als Dechant in Mayen tätig war, weihte an Pfingsten 1933 den Altar ein und übernahm auch dessen Finanzierung in Höhe von 4.000 DM.

Die lebensgroße Christusfigur in goldenem Gewand trägt ein Herz auf der Brust und  breitet seine Arme aus über die rechts und links dargestellten Menschen. Die an den Seitenflüglen ausgerichteten Figuren wenden alle den Blick dem Christus zu. Die Botschaft am unteren Relief  ist in lateinischer Schrift und heißt übersetzt: "Mit den Heiligen im Himmel lobt und betet an das allerheiligste Herz Jesu die Pfarrfamilie des hl. Kunibert auf Erden." Im linken Relief sind der Hl. Wendalinus, Schutzpatron der Bauern und des Viehs, der Hl. Donatus als Schutz bei Blitzschlag und Unwetter, die Heilige Barbara, der Hl. Franz und die Hl. Theresia stellvertretend für die Namenspatrone der Dorfleute und der Hl. Kunibert als Pfarrpatron, zu sehen.

Der rechte Altarflügel bildet eine Drei-Generationen-Familie ab, angeführt von Luzia der 2. Pfarrpatronin und von Johannes dem Täufer, dies ist der Namenspatron des 1931 verstorbenen Pfarrers Johannes Biegel, der den Kirchenbau begleitete.

Im Zentrum stehen die vier Evangelisten, die das Wort Gottes verkünden.

Ein Marien-Altar und ein Josef-Altar sind ebenfalls Meisterwerke der Werkstatt aus Morbach.

Von der aus dunklem Holz gefertigten Chorempore blicken die 12 Apostel auf die Kirchenbesucher. Diese sind auch der Schnitzkunst von Höfle, der bis1948 als Meister der Firma Mettler beschäftigt war und später selbständig arbeitete, zu verdanken. Die Apostelgruppe wurde im Jahr 1955 von Pfarrer Josef Böhm in Auftrag gegeben und durch Geldspenden finanziert.

Auch die Kreuzwegreliefs wurden von Höfle gefertigt, sie wurden 1962 eingesegnet. Diese Kunstwerke wurden ebenfalls durch Spenden und einen Zuschuss der Bischöflichen Behörde finanziert.

(vgl.: Die Hott 2014, Heft 64, S. 17 ff.)

Marienkapelle und Wegkreuze

Im Dorf und in der nahen Umgebung findet sich ein Heiligenhäuschen und verschieden Wegkreuze. Dort laden auch Bänke zum Verweilen ein.

Die Marienkapelle

Die Marienkapelle, eine kleine Wallfahrtsstätte zur Muttergottes steht auf der Tumm, idyllisch zwischen einem kleinen Hain. Sie ist aus dem Dorf mit einem schönen Spaziergang über eine geteerte Straße schnell zu erreichen. Die Kapelle wurde von den Haager Bürgern, dank der Unterstützung des Architekten Schick erbaut. Sie wird von vielen Haagern gerne genutzt um sich eine kleine Auszeit vom Alltag zu nehmen, still zu werden und zu beten.

Bildstock hl. Cunibert an der ehemaligen Friedhofmauer

Die alte Friedhofsmauer in der Mitte des Ortes, wird mit einem Sandsteinrelief vom hl. Cunibert verschönert. Dies wurde am Patronatsfest 1983 feierlich eingeweiht. Es soll Land und Leute beschützen.

Gangener Kreuz

Das Gangener Kreuz befindet sich in Richtung Merschbach. Es wurde bereits im Mittelalter errichtet. In Zeiten der Pest wurden Bittgänge versprochen um Hilfe für Kranke zu erwirken.

Poßkreuz

Auf dem Flur, wo sich der Weg in die Steinkaul und der Feldweg über die Krimme kreuzen, steht ein sehr schlichtes Holzkreuz. Hier soll ein Junge 12-13 Jahre alt, der aus "Poß" (Hausname für eine Familie aus Haag) stammte, von einer jungen Kuh, die in ein Wespennest trat, zu Tode geschleift worden sein. Um an dieses traurige Schicksal zu erinnern, hat die Familie des Jungen dieses Kreuz errichten lassen.

Hänseskreuz

Abseits vom Verkehr steht am Benneweg im Brücherwäldchen das Hänseskreuz (Hausname einer Familie aus Haag). Auch hier soll ein tödlicher Unfall geschehen sein während des Bausteinebrechens. Es stammt aus dem Jahr 1864 und soll von der Familie Johann Wagner (Hausname Hänses) errichtet worden sein.

Schumischkreuz

Ende des 18. Jahrhunderts erbaute eine Familie Schumer hinter dem Büchel dieses Holzkreuz. Diese Familie hatte ein behindertes Kind zu versorgen. Das Kreuz wurde 1984 durch den Lehrer Foit, die Schulkinder und die Haager Bürger zu einem frommen Kleinod umgestaltet.

Kreuz in der Kunibertstr.

Neben dem Feuerwehrhaus steht ein steinernes Kreuz. Es wurde 1857 von Matthias Martini errichtet. Auch hier war der Unglücksfall eines Neffen, der von einer Kuh zu Tode gedrückt worden war, der Anlass.

Friedhofskapelle

Die Friedhofskapelle steht auf dem Friedhof in Haag. Sie wurde 1975 eingesegnet und wurde von den Architekten Mettler und Schick geplant. In sehr vielen unentgeltlichen Arbeitsstunden wurde die Kapelle von den Haagern errichtet um den Toten eine würdige Abschiedsstätte zu geben.

vgl.: Chronik Haag 1985, S. 44 ff.