Die Pfarrei St. Stephanus Monzelfeld

So war es 1970

Gedanken von Pfarrer Jakob Saxler zum neuen Jahr 1970

"Was ich mir für das neue Jahr wünsche:

Eine neue, große Glocke in unserem Kirchturm, die auch die Siebenschläfer und Kirchenschwänzer hören. Zwei große Wandschoner zu beiden Seiten des hinteren Kircheneinganges für die, die immer dort stehen. Eine Anzahl neuer Bänke, die man denen, die immer dort stehen, an die Knie binden könnte. Eine Kiste Gebetbücher für die Leute, die mit leeren Händen in die Kirche kommen oder aus Menschenfurcht oder Gleichgültigkeit den Mund nicht aufbekommen. Einen Flaschenzug, um die Selbstgerechten zum Beichtstuhl zu ziehen. Tausen Meter Heftpflaster, um zu verkleben die Schwatzmäuler in der Kirche, die Verleumderzungen im Dorf, die Fluchmäuler und die Schweineschn.. auf der Arbeitsstelle. Eine Dezimalwaage um jedes Wort abzuwägen, das ich sage.  Eine Anzahl Spiegel in denen die Unmäßigen sehen könnten, wann das Maß voll ist. Eine große Laterne, um Kinder und Jugendliche heimzuleuchten. Einen Korb voll Brillen für kurzsichtige Eltern. Einen großen Ofen um darin zu verbrennen alle glaubensfeindlichen Schriften und alle schlechten Illustrierten. Einen Kühlschrank für Hitzköpfe. Und endlich ein Meer voll Liebe und Geduld, das nie austrocknet, und einen Röntgenapperat, mit dem auch ich meine eigenen Fehler und Schwächen klar sehen kann.- Ich hoffe, daß ich niemand übersehen habe. Und mit diesen Dingen könnten wir viel erreichen. Wenn es aber auch ohne Anschaffung dieser Dinge geht, um so besser!

Es grüßt Euch alle

Euer Pastor"

(Auszug aus dem Pfarrbrief Monzelfeld Nr. 70/1)