Die Pfarrei St. Stephanus Monzelfeld

So war es 1970

Gedanken von Pfarrer Jakob Saxler zum neuen Jahr 1970

"Was ich mir für das neue Jahr wünsche:

Eine neue, große Glocke in unserem Kirchturm, die auch die Siebenschläfer und Kirchenschwänzer hören. Zwei große Wandschoner zu beiden Seiten des hinteren Kircheneinganges für die, die immer dort stehen. Eine Anzahl neuer Bänke, die man denen, die immer dort stehen, an die Knie binden könnte. Eine Kiste Gebetbücher für die Leute, die mit leeren Händen in die Kirche kommen oder aus Menschenfurcht oder Gleichgültigkeit den Mund nicht aufbekommen. Einen Flaschenzug, um die Selbstgerechten zum Beichtstuhl zu ziehen. Tausen Meter Heftpflaster, um zu verkleben die Schwatzmäuler in der Kirche, die Verleumderzungen im Dorf, die Fluchmäuler und die Schweineschn.. auf der Arbeitsstelle. Eine Dezimalwaage um jedes Wort abzuwägen, das ich sage.  Eine Anzahl Spiegel in denen die Unmäßigen sehen könnten, wann das Maß voll ist. Eine große Laterne, um Kinder und Jugendliche heimzuleuchten. Einen Korb voll Brillen für kurzsichtige Eltern. Einen großen Ofen um darin zu verbrennen alle glaubensfeindlichen Schriften und alle schlechten Illustrierten. Einen Kühlschrank für Hitzköpfe. Und endlich ein Meer voll Liebe und Geduld, das nie austrocknet, und einen Röntgenapperat, mit dem auch ich meine eigenen Fehler und Schwächen klar sehen kann.- Ich hoffe, daß ich niemand übersehen habe. Und mit diesen Dingen könnten wir viel erreichen. Wenn es aber auch ohne Anschaffung dieser Dinge geht, um so besser!

Es grüßt Euch alle

Euer Pastor"

(Auszug aus dem Pfarrbrief Monzelfeld Nr. 70/1)

So war es 1989

Jubeljahr 1989 / 200 Jahre Pfarrkirche St. Stephanus

Grußwort des Hochw. Herrn Bischofs der Diözese Trier

Alle Gläubigen der Pfarrei St. Stephanus in Monzelfeld darf ich zusammen mit ihren Seelsorgern zum 200. Jahrestag des Bestehens ihrer Pfarrkirche ganz herzlich beglückwünschen.

Ganz sicher darf davon ausgegangen werden, daß schon vor weit mehr als 200 Jahren Christen in Monzelfeld sich sonntäglich zur Feier der Eucharistie versammelt haben. Über  Jahre also gestalten Menschen in ihrer Pfarrei ihr Leben aus der Kraft des Evangeliums und damit aus der Nachfolge Jesu. Wieviel Gutes ist in über  200 Jahren Christentum gewachsen, wieviel Zuversicht und Hoffnung, wieviel Trost und Geborgenheit haben Menschen erleben dürfen, besser noch, sind ihnen in diesen Jahrhunderten geschenkt worden. Die Pfarrgemeinde von heute ruht also auf dem Fundament der vielen Christen, die seit über  200 Jahren in Monzelfeld ihr Leben aus dem Glauben an Gott gestalten. Es tut gut, einmal innezuhalten in der heute so schnellebigen Zeit, um die vielen konkreten Schicksale und Spuren der Geschichte nachzuzeichnen, die sich mit einer so nüchternen Zahl verbinden.

Darüber hinaus braucht dieWelt von heute das überzeugend gelebte Beispiel von gläubigen Menschen, um bei der Vielfalt der verschiedenen Lebensmöglichkeiten einen beständigen und tragfähigen Sinn für ihr Leben zu finden. Möge das Studium der Vergangenheit sie befruchten, für morgen einen Stil des Miteinanders zu finden, der Christen entspricht.

Für ihr Jubiläum wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen die Gaben des Heilgen Geistes, der uns geschenkt ist in Taufe und Firmung, der uns Wege finden läßt zu einer Pfarrgemeinde, die anziehend ist für die Menschen von heute.

Ihr Hermann Josef, Bischof von Trier

Programm im Jubiläumsjahr

November 1988:

Festgottesdienst zur feierlichen Eröffnung des Jubeljahres

Februar und März 1989:

Predigtreihe in der Fastenzeit / Feierstunde in der Kirche mit Festvortrag des Kirchenhistorikers Prof. Dr. Seibrich, Kirn

Mai 1989:

Ewiges Gebet, Feierliche Messe mit Schlußsegen / Jubiläumswallfahrt nach Klausen

Juni 1989:

Pfarrfest um die Kirche

September 1989:

Wallfahrt zum Marienheiligtum in Altötting und zum Grab des Hl. Bruder Konrad von Parzham, Besuch am Grab des Sel. Pater Rupert Mayer in München

Oktober 1989:

Tag der Jugend / Altentag

November 1989:

Theateraufführung "Der Kanzler"

Dezember 1989:

Abschluß des Jubiläumsjahres mit einem kirchenmusikalisch Festakt

Historie der Pfarrei St. Stephanus Monzelfeld

Es ist dokumentiert, dass Monzelfeld bereits 1345 zum Bistumsbereich Trier gehörte, eine erste urkundliche Überlieferung setzte bereits schon im Jahre 634 ein und 1030 taucht Monzelfeld als "villa" zweier Klöster auf.

Das Stephanspatrozinium und das Zinsregister der "Capelle Montzelvel" vom Jahre 1441 geben desweiteren Hinweise darauf, dass die Kirche zu Monzelfeld ein hohes Alter besitzt.

Die Pfarrkirche

Die Kapelle zu Monzelfeld war in romanischem Stil erbaut, was 1958 zu Tage trat, als mit den Erweiterungsmaßnahmen der jetzigen Pfarrkirche begonnen wurde und römische Kapitellreste ausgegraben wurden. Deshalb ist auch davon auszugehen, daß die erwähnte Kapelle auf demselben Kirchplatz stand wie die heutige Pfarrkirche.